Föremål

Verser av Walther von Hallwyl. Avskrift efter originalet gjord på Rörswyl vid Bern, Schweiz, av Wilhelmina von Hallwyl, f. Kempe.

Verser. Avskrift efter originalet gjord på Rörswyl vid Bern, Schweiz, av Wilhelmina von Hallwyl, f. Kempe, på 1870-talet samt av henne tillvaratagen och medförd till Stockholm Maj 1894. Daterat 1855. Fullständig text: Wenn auf unsrem Lebenswege, Eine Änderung sich zeigt, Ziemt sich dass man überlege Wie man dieses Ziel erreicht; Darum lasst mich, theure, liebe, Machen meinen Lebens lauf; Gut ist’s daß man früh sich übe, Und gewöhn’ zu merken auf. Bald siebzehn Jahre sind nun da, Seit ich das Licht der Welt ersah. Da ich nun in den Windeln lag, Schrie ich den lieben langen Tag, Selbst als man mich am Taufstein hielt, Hab’ ich die Kirche vollgebrüllt. Dabei war ich nicht zahmer Art; Ich fuhr dem Pfarrer in den Bart, Als er mich Walther hat geheißen. So konnt’ ich früh die Zähne weisen. Den Mund, schon ohnehin gar breit, Sperrt ich bis zu den Ohren weit. Die Augen waren mir klein und tief, Quer über die Nas’ eine Höhlung lief. Ich lärmte und weinte, man stopfte mir Brei. Und manches Kacheli schlug ich entzwei. Allmählig lernte ich dann stehen, Am Boden schnacken, endlich gehen. Ich liebte jetzt statt blosem Quäcken, Auch päpeln, plappern, reden, äcken. Am Rock der Mama stets ich hing, Ihr nach in alle Zimmer ging, Und wenn’s was Süßes gab zu schlecken, Sah man mich gleich den Mund vorstrecken. So machte ich fast alle Tage, Den Eltern Sorge, Müh und Plage. Drei Jahre gingen hin, ach! was nun kam. Herr Probst mich in die Schule nahm. Ich musste mit ihm lernen zählen Und mich mit Lesen und Schreiben quälen. Zum Glück gibt’s auch noch freie Zeit, Da wurde das Herz mir froh und weit Gravitätisch ging ich vor’m Hause spazieren Oder lag am Boden auf allen vieren, Oft hatt’ einen Säbel ich in der Hand Wollte köpfen die Leut’ im ganzen Land Am Abend vor dem Schlafgehen Wusch man mich noch bis zu den Zehen, Den Kopf, die Brust, den ganzen Leib, Ich schrie dabei zum Zeitvertreib So kräftig als steckt’ ich am Spieß, Wenn nicht Herr Probst ein Geschichtchen los ließ. Kam dann die Zeit wo ich war frei, Da trieb ich Spiel gar mancherlei, Bald Kegeln und Jassen, bald Springen und Laufen, Doch mich mit meinen Gespielen zu raufen, War mir das köstlichste Gaudium, Der Krieger steckt’ im Fleisch mir drum. Während ich nun im Wälschland war, Da kam Herr Kirchner im Fünften Jahr. Mit ihm fing ich an das Latein, Das wollte oft nicht in den Kopf hinein; Gar oft verwünschte ich Krebs und Nepus. Hätt’ lieber gespielt mit dem hölzernen Roß. Wenn dann im Herbste der Küher kam, Ich einen großen Stecken nahm, Lief hinter allen Kühen her, Half hüten sie und machte Wehr. Im Winter musste geschlittelt sein, Auf der großen Schanz und am Rathhaus Rein. Im Sommer lebte mein Wäglein hoch, Besonders wenn man mich drin zog Als ich an Gliedern stärker war, Da hieß es nun gereiset gar; Mit einen Sack auf meinem Rücken Sah von der Schweiz ich manche Stücken. Auf ging es nach Italiens Auen, S’war dort gar mancherlei zu schauen. So wuchs ich auf mir unbewußt In Jugendlast und Jugendlust; Stillsitzen war nicht meine Art, Darum ward das Lärmen nicht gespart. Doch auch das Lernen blieb nicht hinten, Ich lernte manches Ding ergründen. Erdkund’, Geschichte, Rechenkunst Stand bei mir in besonderer Gunst, Doch Griechisch, Grammatisterei Kam mir nur vor ein saurer Brei. Naturgeschichte war mir lieb, Wenn ich auf meine Weise sie trieb, Den Schmetterlingen stürmte nach, Mit Katzen, Hunden, Pferden sprach; Da hab’ ich manch Geheimniß erkannt, Wovon die Gelehrten nichts geahnt. Dann fing ich Käfer mit großer List, Durchwühlte faule Krähen und Mist. So hab’ ich mich vielfach herumgetrieben, That meinen Geist gar künstlich üben. Daneben verschlang ich wilde Geschichten Von Indianern und von Bösewichtern; Ich rechnet es zu den größten Reizen Zu zeichnen Männer mit großen Schnäuzen, Und Bilder zu schauen von Schlachten und Kämpfen, Ließ ich mir die Begierde nicht dämpfen. Vor allem gefielen die Rußen mir Sie tragen Bärte, gehorchen schier; Ich hatte an Unterwürfigkeit Von jeher meine größte Freund, Doch mußt ich der Gebieter sein, Zu folgen, wollt nie in den Sinn hinein. Drum nahm’ ich entschieden für Russland Partei, Hieb manchen Engländer im Geist schon entzwei. Wie gern die Franzosen möcht’ ich verschlingen, Die alle Welt in Unordnung bringen, Den Mund sie haben von Freiheit voll, Und sind doch fast aus Habsucht toll. Ich kann nicht helfen, das Freiheitsgestürm Ist mir zuwider wie Kröten und Würm Bald neben dem Politisieren und Studieren, Fing ich auch an zu Pferd zu operieren. Das war eine Lust, nie war ich faul, Wenn’s hieß hinauf auf den muntern Gaul. Müßt ich von Herr Küpfer mich lassen ausputzen. Ich litt es geduldig, es brachte mir Nutzen Am Sonntag und Samstag Nachmittag Zog ich denn meinen Kam’raden nach. Und alle beseelt ein lustiger Geist. Drum geht’s auch so gut her in unserm Leist So in schnellem Laufe die Jahre hinschwinden, Bis zu der Zeit, wo wir jetzt uns befinden. Nun soll ich verlassen die Schweizerlande Und ziehen weit weg nach Berlins Sande Da sollen sie nehmen mich in die Kur Mich hobeln und richten nach der Schnur, Damit ich einst als geleckter Mann In Gesellschaften mich präsentieren kann, Und wie ein Reiter leitet ein Pferd Zu zügeln und meistern die Volkssuveränität Dabei soll meine Faust ich üben, Damit sie über dem Rheine drüben Und hinter dem Jura kriegen Respeckt; Niemand ungebläut mir das Vaterland neckt.

Museum Hallwylska museet
Föremålsbenämning verser, Wenn auf unsrem Lebens Wege
Kategori 64. LXIV Arkiv
Datering 1855 – 1879
Tillverkningsplats Rörswil
Tillverkare Hallwyl, Walther von (Författare)
Föremålsnummer LXIV:I:H.f.01._HWY
Media
HWY_PDF07856.pdf
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